Wissenswertes über Faszien – Teil II

Wissenswertes über Faszien (Teil II)

Wie könnte Faszientherapie wirken

Mechanische Mechanismen (Adhäsionen, Thixotropie, Piezoelektrizität, Faszienentzündung, gestörter Fluss von Gewebeflüssigkeiten in der Faszie), die die Wirksamkeit der Faszientherapie erklären sollen, sind wissenschaftlich nicht haltbar.

Neurophysiologische Mechanismen scheinen die Funktionsweise der Faszientherapie besser zu beschreiben. Allerdings gibt es derzeit keine belastbaren Belege bzgl. der exakten Wirkungsweise. 

Die angenommenen anatomischen Veränderungen, die mit manuellen Mitteln herbeigeführt werden sollen, sind praktisch unerreichbar. Die durch manuelle Techniken erzeugten Kräfte und die klassische Dauer der Exposition liegen weit unterhalb der Schwelle, die für langfristige adaptive Veränderungen erforderlich ist.

Biologische Gewebe haben Belastungs-/Anpassungsschwellen, die oft ein Vielfaches der Kräfte betragen, die durch manuelle Techniken erzeugt werden können. 

Ohne diese Belastungs- Anpassungsschwelle würden unsere Gewebe durch die Kräfte, die durch Muskelkontraktionen und die physiologischen Belastungen täglicher Aktivitäten erzeugt werden, nach und nach lockerer werden. Darüber hinaus erfordert eine strukturelle Gewebeanpassung eine langfristige Exposition gegenüber physischen Belastungen. 

Wir können straffe Faszien nicht dehnen und verformen…Sie sind härter als Kevlar! 

Studien zeigen, dass es sehr hoher Kräfte bedarf – weit außerhalb des für Menschen physiologischen Bereiches – um das straffe Gewebe der Plantarfaszie und der Fascia Lata auch nur um 1% zu komprimieren bzw. zu scheren. 

Lockeres Bindegewebe, wie im Bereich der oberflächlichen nasalen Faszie, lässt sich dagegen mit hohen Kräften – im oberen, physiologisch aufzubringenden Kraftbereich – deformieren. 

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